Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg

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Allgemeines

Lehrziele in Wirtschaftsinformatik und Operations Research Zielgruppe

Das Lehrangebot des Lehrstuhls  „Wirtschaftsinformatik und Operations Research“ richtet sich – wie bei  vielen Wirtschaftinformatik-Lehrstühlen – an Studierende der  Wirtschaftsinformatik, der Betriebs- und Volkswirtschaftslehre sowie des  Wirtschaftsingenieurwesens. Unter Beachtung ihrer verschiedenen  Vorkenntnisse und Fähigkeiten sollen diesem gemischten Publikum  wissenschaftliche und sich in der Praxis bewährte Methoden für die  Gestaltung, Entwicklung, Implementierung und Wartung  informationsverarbeitender Systeme für inner-, zwischen- und  überbetriebliche Fragestellungen in Profit- und Non-Profit-Organisationen vermittelt werden.

Dies setzt eine eingehende Analyse der Prozesse bei der jeweiligen Anwendung (Ist-Analyse) sowie ihre Restrukturierung (Soll-Konzept)  und adäquate „rechnerverständliche“ Modellierung im Hinblick auf den  nutzbringenden Einsatz der Informationsverarbeitung voraus.

Ausrichtung

Diese Ausrichtung der Wirtschaftinformatik wird  durch den Schwerpunkt Operations Research verstärkt, in dem auch  mathematische Modelle und Strukturen für die Begründung wirtschaftlicher  Entscheidungen behandelt sowie die darauf basierenden Methoden und  rechnergestützten Verfahren für die Entscheidungsvorbereitung in  Wirtschaftseinheiten entwickelt und verwendet werden. Die Lehre des  Operations Research in Verbindung mit, oder als Spezialgebiet von  Wirtschaftsinformatik setzt voraus, dass OR-Methoden zwar in für  ihr Verständnis ausreichender mathematischer Ausführlichkeit besprochen  werden aber auch gerade ihre Praxisrelevanz und rechnergestützte  Verwendbarkeit in den Vordergrund erscheint.

Inhalte

Um Studierende in die Lage zu versetzen, OR-Modelle und -Methoden gerade rechnergestützt in der Praxis anwenden zu können, sollen folgende Inhalte verstärkt in der Lehre vermittelt werden:

  • Techniken zur Modellierung praxisrelevanter Problemstellungen (Abstraktion und Validation eines selektierten Realitätsausschnittes und Überführung zu einem mathematischen OR-Modell),
  • Kenntnisse zur Überführung des mathematischen OR-Modells zu einem computerverständlichen Modell oder Verfahren und Beschaffung oder Konstruktion geeigneter Inputdaten (z.B. Verteilungsannahmen, Prognosedaten für die Planung, ...)
  • Benutzung von OR-Software, z.B. zur mathematischen Optimierung oder Simulation, und Entwicklung von optimalen und heuristischen Verfahren z.B. auf Graphen und Netzwerkstrukturen
  • Praktische Erfahrung mit der Interpretation von Modelllösungen und der eventuell darauf basierenden Modellverfeinerung.

Gerade durch die rasanten Entwicklungen im Bereich der Hard- und Software lassen sich auch komplexe Probleme mit umfangreichen Daten aus der Praxis mit Hilfe von OR-Methoden lösen. Hier werden optimale und heuristische Verfahren entwickelt sowie leistungsfähige Software der mathematischen Programmierung und Simulation eingesetzt. Dabei lassen sich komplexe Strukturen betrieblicher Anwendungen mit Hilfe von Graphen und Netzwerken sowie von stochastischen und speziellen Modellen abbilden. Operations-Reasearch-Methoden und -Vorgehensweisen werden in der Praxis mit dem Ziel angewandt, Manager, Planer oder Controller (Entscheidungsträger) bei Kern-Entscheidungsfunktionen in allen Unternehmensbereichen zu unterstützen. Also stehen Lehre und Forschung in Operations Research in direktem Zusammenhang mit der Entwicklung Entscheidungsunterstützender Systeme (EUS) oder Decision Support Systems (DSS).

Formen der Lehre

Aus den dargestellten Lehrzielen leiten sich insbesondre folgende Formen der Lehre in Wirtschaftsinformatik und Operations Research ab:

  • Vorlesungsveranstaltungen mit begleitenden Übungen, in denen praktische Fallstudien behandelt  werden und der Einsatz spezieller Software geübt wird.
  • Seminare, in denen neben der Erarbeitung spezieller Techniken und Methoden auch praktische Fallstudien mit Hilfe der Entwicklung von Verfahren und Modellen und des Einsatzes spezieller Software rechnergestützt gelöst werden.
  • Projektveranstaltungen mit starkem praktischem Bezug, in denen Probleme bevorzugt in gemischten Teams verschiedener Studiengänge analysiert und bearbeitet werden. Dabei liegt das Hauptaugenmerk darauf unter Verwendung eines bewährten Phasenschemas zur Systementwicklung eine Ist-Analyse zu erstellen, Schwachstellen zu erkennen, ein Soll-Konzept zu entwickeln, und einen Prototyp unter Verwendung geeigneter Software zu realisieren.
  • Diplom- , Master- und Bachelorarbeiten, in denen in der Regel der Praxisbezug und Systementwicklung wie bei Projekten eine große Rolle spielen.

Studierende der Wirtschaftsinformatik und Wirtschaftswissenschaften haben meist verschiedene mathematische Stärken und gerade im Haupt- oder Masterstudium unterschiedliche Vorkenntnisse. Lehrinhalte sollen für Studierende verschiedener Studiengänge gleichermaßen verständlich und nutzbringend, aber auch nicht wiederholend und unterfordernd sein. Während dies nach unserer Erfahrung meist mit gemeinsamen Lehrveranstaltungen erreicht werden kann, könnte es in manchen Fällen hilfreich
sein, Teile von Lehrveranstaltungen differenziert für getrennte Gruppen zu halten, z.B. werden für Wirtschaftinformatiker komplexe Modelle und Verfahren und für Wirtschaftswissenschaftler mehr Fallstudien mit Übung am Rechner behandelt. In Projekten ist die Mischung von Teams sehr zu empfehlen, da eine meist im Berufsleben sich wiederzufindende Zusammenarbeit erprobt wird.

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